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Altenburger Land
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50 Jahre WEISSER RING: 3 Fragen an Heike Meier

Der WEISSE RING e. V. begeht seinen 50. Geburtstag. Pünktlich zum Jubiläum des Opferhilfevereins geben ehrenamtliche Mitarbeiter Einblicke in ihre wertvolle Arbeit. Heute: Heike Meier, Mitarbeiterin der Außenstelle Altenburger Land:

 

Gab es einen konkreten Anlass, eine Begebenheit, der oder die dich bewogen hat, als Ehrenamtliche für die Opferhilfeorganisation zu arbeiten?

Der Grund für mein Engagement beim WEISSEN RING ist ein schmerzhaftes Erlebnis. Mein Sohn wurde vor Jahren am zweiten Weihnachtsfeiertag von mehreren Tätern überfallen und schwer verletzt. Nach der Tat standen wir als Familie dem anschließenden Gerichtsprozess völlig hilflos und unwissend gegenüber. Wir wussten damals nicht, welche großartigen Unterstützungsmöglichkeiten der WEISSE RING bietet.

Aus dieser Erfahrung heraus möchte ich nun selbst für andere Betroffene da sein, um ihnen genau diese lähmende Hilflosigkeit zu ersparen.
 

Gab es während deines Einsatzes als Opferhelferin einen Fall, der dich besonders beschäftigt hat? Wie bist du damit umgegangen?

Als ehrenamtliche Mitarbeiterin beim WEISSEN RING macht mich die Häufigkeit von sexuellem Kindesmissbrauch tief betroffen. Gerade als Mutter weiß man, wie wichtig eine behütete Kindheit ist, und die Frage nach dem „Warum“ lässt einen nicht los. Doch das Wissen, den Opfern durch unsere Arbeit gezielte Hilfestellung leisten zu können, gibt Kraft und hilft dabei, das Erlebte zu verarbeiten.

 

Welche erste Hilfe für Kriminalitätsopfer ist aus deiner Sicht die allerwichtigste Hilfe?

Direkt nach der Straftat geht es vor allem darum, den Betroffenen zu signalisieren, dass sie in dieser Situation nicht allein gelassen werden. Wir als ehrenamtliche Mitarbeiter hören ihnen vorurteilsfrei zu, um eine verlässliche Vertrauensbasis aufzubauen.

Erst auf diesem Fundament können weitere Schritte wie psychotherapeutische Unterstützung, finanzielle Überbrückungshilfe und Begleitung und Orientierung zu schweren Terminen wie Behördengängen und Gerichtsverhandlungen eingeleitet werden.

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